Herwig Steiner(1956L), Prod 11vk/2026 / Zeichnung/digitalisiert (no AI), 28.2.2026 / (111,8x243,24cm)

© Herwig Steiner(1956L), Prod 11vk/2026 / Zeichnung/digitalisiert (no AI), 28.2.2026 / (111,8×243,24cm)
[…] Gegenwärtigen Beschleunigungen hält ein historischer Blick nicht Stand. Immer ist mit gravierenden Modellveränderungen zu rechnen. Der unüberschaubar gewordene Anstieg der Wissensproduktion wie die damit verbundene anwachsende Sicht auf unerforschte Bereiche erzwingt eine gesellschaftliche Haltung dauernden Aufschubs, Gedanken permanenter Revision, ein Gefühl ständigen „außer sich Seins“, gegeben aus der Unverfügbarkeit eines Letztgrunds. Zwar treten manche Phänomene temporär verstärkt auf. Dort suchen wir Halt, identifizieren uns damit, versuchen Überblick und Bedeutungsströme in Einklang zu bringen. Da könnte man dann in alter, schlechter Gewohnheit fortfahren, die eigene Position nicht berücksichtigen, die Tatsache vergessen, in welch hohem Ausmaß Wahrnehmung Resultat dessen ist, was wir als gegeben und gültig, man nannte dies früher wahr, geneigt sind anzuerkennen. […] {1}

1/ aus: Herwig Steiner (1956L), Kunst der Attrappe, Andreas Manak (Hg.), Friedrich J. Reif-Breitwieser (Hg.), Passagen Verlag Wien, 2019, S.37

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