© Herwig Steiner(1956L), Scenery, SP3 / Zeichnung/digitalisiert (no AI), 30.7.2018 / (111,8×243,24cm)
[…] Nüchtern eingeschätzt erfährt sich das „Neue“ in der Bildenden Kunst als ein Begriff der Oberfläche, Verbrauchsgut der Identifikation, Mittel gesellschaftlicher Autosuggestion, anzusehen als sein Gegenteil, das ewig Alte: die falschen Hoffnungen nach Verfügbarkeit eines Wahren, Besseren oder Unmittelbaren. Die Sucht nach Steigerung der Stimuli, dieses Durchgängige, verlangt kein Neues einer grundlegenden Veränderung, ist vielmehr Repetition, zwangsläufige Anpassung, Ökonomie der Abnutzung.
[…] Aus der Perspektive der Kunst ist Freiheit, direkt aus Neuem alleine, noch nicht zu gewinnen. […] Obwohl jede gebildete Kunstsynthese als „neu“ interpretierbar wäre, da es sich jeweils um einen einzigartigen Prozess handelt, könnte auf ihren hermetischen Charakter hingewiesen werden, unzugänglich für derartige Erörterungen. Hier erst gewinnt sie ihr Freisein. (Stilistische Vergleichskategorien erschließen dagegen wenig). […] {1}
1/ aus: Herwig Steiner (1956L), Kunst der Attrappe, Andreas Manak (Hg.), Friedrich J. Reif-Breitwieser (Hg.), Passagen Verlag Wien, 2019, S.38
